Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-47177
Titel: Die enterische Diagnostik der α-Synuklein-Aggregationskrankheiten : Eine morphologische und semiquantitative Autopsiestudie mittels Immunhistochemie und PET Blot
Alternativtitel: The enteric diagnosis of α-synuclein-aggregation diseases : A morphological and semiquantitative autopsy study using immunohistochemistry and PET blot
VerfasserIn: Schulten, Julius Friedrich Wilhelm
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2026
Erscheinungsort: Homburg/Saar
Kontrollierte Schlagwörter: Parkinson-Krankheit
α-Synuclein
Darmwandnervensystem
Neuropathologie
Lewy-Körperchen-Demenz
Freie Schlagwörter: Parkinson-Frühdiagnostik
Autopsiestudie
α-Synuclein-Aggregationskrankheiten
DDC-Sachgruppe: 000 Allgemeines, Wissenschaft
610 Medizin, Gesundheit
Dokumenttyp: Dissertation
Abstract: Fragestellung Da die Differentialdiagnostik der α-Synuklein-Aggregationskrankheiten bis heute eine Herausforderung ist, sind alternative Diagnostische Tools notwendig. Der Braak-Hypothese zufolge wird Morbus Parkinson als prominenter Vertreter dieser Krankheiten ausgelöst durch aggregiertes α-Synuklein im Magen-Darm-Trakt und breitet sich von dort prionoid bis in das zentrale Nervensystem aus. Die vorliegende Arbeit untersucht daher, ob sich Darmbiopsate zur Diagnostik eignen. Die Fragestellungen umfassen: Welche Färbemuster finden sich im Magen-Darm-Trakt? Welche Abschnitte zeigen die höchste α-Synuklein-Prävalenz? Folgt das Verteilungsmuster einem Gradienten? Findet sich ein Unterschied zwischen Submukosa und Muskularis? Korreliert das Ausmaß der Immunreaktivität mit der Erkrankungsdauer? Welches ist das diagnostische Verfahren der Wahl? Und wie groß sollte eine diagnostische Biopsie sein? Methoden Der Doktorand war damit betraut, die Proben zu färben und mikroskopisch anhand eigens erstellter Protokolle auszuwerten. Zur Verfügung standen Proben aus Ösophagus, Magen, Duodenum, Jejunum, Ileum, Kolon, Appendix und Rektum. Diese wurden zuvor in Autopsien aus 20 Patienten mit Morbus Parkinson, ParkinsonDemenz und Demenz mit Lewy-Körperchen sowie 15 differentialdiagnostischen Kontrollfällen gewonnen. Die Immunhistochemie wurde verglichen mit PET Blot, einer hochsensitiven Methode zur Detektion von α-Synuklein-Aggregaten. Mit diesen Methoden wurden die Antikörper pSer129 und 10D2 in Protokollen mit unterschiedlicher Proteinase-Vorbehandlung getestet. Zur Auswertung wurde ein Score anhand der Immunreaktivität in je zehn High-Power-Fields erfasst. PET-Blot-Präparate wurden auch in toto ausgewertet. Ergebnisse Es fanden sich diverse bisher spärlich beschriebene Färbemuster. Eine deutlich erhöhte Dichte an aggregiertem α-Synuklein fand sich im Magen und Ileum, hingegen kaum in der Appendix und dem Rektum. Insgesamt ließ sich daher ein mindestens zweigipfeliger Gradient feststellen. In der Submukosa ergab sich eine leicht höhere Dichte immunreaktiver Strukturen als in der Muskularis. Zwischen Immunreaktivität und Krankheitsdauer, Alter, Demenz sowie gastrointestinaler Symptome ließen sich keine statistisch signifikanten Korrelationen finden. pSer129 zeigte in allen Protokollen die höchste Dichte an Immunreaktivität. Ein Protokoll mittels PET Blot und Antikörper 10D2 im Magen erreichte 68,8 % Sensitivität bei 100 % Spezifität. Schlussfolgerungen Die vorliegende Studie liefert somit Beiträge zur Differentialdiagnostik sowie auch Pathophysiologie der α-Synuklein-Aggregationskrankheiten. PET Blot war Immunhistochemie in Sensitivität und besonders Spezifität überlegen. Neben der Glandula submandibularis, die bereits ein vielversprechendes Ziel darstellt, liefert unser Protokoll die weitere Option, Resektate des Magen-Darm-Traktes diagnostisch zu nutzen. Magen und Ileum scheinen hierfür besonders geeignet. Wir empfehlen nun eine prospektiv-klinische Studie, um die Ergebnisse dieser Pilotstudie zu validieren.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291--ds-471773
hdl:20.500.11880/41345
http://dx.doi.org/10.22028/D291-47177
Erstgutachter: Schulz-Schaeffer, Walter J.
Tag der mündlichen Prüfung: 4-Mär-2026
Datum des Eintrags: 18-Mär-2026
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Neuropathologie
Professur: M - Prof. Dr. Walter Schulz-Schaeffer
Sammlung:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes

Dateien zu diesem Datensatz:
Datei Beschreibung GrößeFormat 
Doktorarbeit_JSchulten_5.1.1_keinLebenslauf.pdfDissertation5,91 MBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen


Diese Ressource wurde unter folgender Copyright-Bestimmung veröffentlicht: Lizenz von Creative Commons Creative Commons