Jahresbibliographie der Universität des Saarlandes
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Eintrag in der Jahresbibliographie der Hochschulen des Saarlandes


Furtwängler, Rhoikos ; Schenk, Jens-Peter ; Alkassar, Muhanad ; Leuschner, Ivo ; Rübe, Christian ; Schweinitz, Dietrich von ; Gessler, Manfred ; Graf, Norbert

Das Nephroblastom und andere pädiatrische Nierentumoren



Kurzfassung in deutsch

Im Kindesalter ist das Nephroblastom (Wilms Tumor) die bekannteste und häufigste Neubildung der Niere. Darüber hinaus gibt es aber eine Reihe weiterer Malignome, die sich hier manifestieren können. Hierzu gehören das Klarzellensarkom der Niere, das ein dem Nephroblastom ähnliches Auftretensmaximum in den ersten vier Lebensjahren hat, das mesoblastische Nephrom, das Nierenzellkarzinom und andere seltenere Neoplasien. Die Symptomatik des Nephroblastoms ist oft relativ unspezifisch und kann von der zufällig bemerkten, schmerzlosen Bauchschwellung bis zur Makrohämaturie und schwersten Bauchschmerzen gehen. Bei dem Verdacht auf ein Nephroblastom sollte die weitere Diagnostik und Therapie in einem kinderonkologischem Zentrum erfolgen. Mittels zweier bildgebender Verfahren (z.B. Ultraschall, MRT, CT), einem Röntgen- oder CT-Thorax und der Untersuchung auf Katecholamine im Urin können bereits die wichtigsten Differentialdiagnosen ausgeschlossen werden. Nur in seltenen Zweifelsfällen muss eine Feinnadelbiopsie vor Beginn der multimodalen Therapie durchgeführt werden. Die Behandlung erfolgt im deutschsprachigen Raum entsprechend des aktuellen Therapieprotkolls der Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) und der internationalen Gesellschaft für pädiatrische Onkologie (SIOP). Zu Beginn erfolgt für lokalisierte, unilaterale Erkrankungen in den meisten Fällen eine vierwöchige präoperative Chemotherapie. Anschließend folgen die radikale Tumornephrektomie und die risikoadaptierte, postoperative Therapie. In die Risikostratifizierung fließen histologischer Subtyp, Ausbreitung des Tumors, präoperative Tumorgröße und das Vorhandensein und Ansprechen von Metastasen ein. Erfreulicherweise können auf diese Art und Weise heute die große Mehrheit der Patienten (lokales Stadium I und keine hohe Malignität) nach einer insgesamt etwa neun- bis zehnwöchigen Therapie geheilt werden. Auch im Rezidiv besteht für Patienten mit einem Nephroblastom noch eine reelle Heilungschance.

Hochschule: Universität des Saarlandes
Institut 1: Lehrstuhl Prof. Dr. Norbert Graf: Professur für Kinderheilkunde, insbesondere Pädiatrische Onkologie und Hämatologie
Institut 2: Lehrstuhl Prof. Dr. Christian Rübe: Professur für Strahlentherapie
Dokumentart: Artikel in Fachzeitschrift (print oder online), peer-reviewed
Quelle: In: Pädiatrische Praxis. - 72. 2008, 1, S. 59-77

Bemerkung:

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